Was sind geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)?

geringwertige Wirtschaftsgüter

„Geringwertiges Wirtschaftsgut“ oder abgekürzt auch GWG – ein Begriff den sicherlich jeder Unternehmer schon gehört hat. Doch um was genau handelt es sich bei einem GWG? Was es für Unternehmen zu beachten gilt und wie Sie GWG noch in diesem Jahr steuerlich nutzen können, erklärt Ihnen der ehemalige Leiter unserer Buchhaltung, Herr Pagel.

Wie werden geringwertige Wirtschaftsgüter abgeschrieben?

Hier gibt es zwei Methoden, wie Sie GWGs behandeln können.
Jedes Wirtschaftsgut bis zu 410 EUR kann im Jahr der Anschaffung komplett abgeschrieben werden, d.h. die Anschaffungskosten sind sofort voll gewinnmindernd im Anschaffungsjahr.

Bei der zweiten Methode werden alle Wirtschaftsgüter bis zu 150 EUR sofort als Aufwand in die GUV gebucht. Für Wirtschaftsgüter zwischen 151 EUR und 1.000 EUR können Sie einen Sammelposten bilden. Dieser Sammelposten wird im Anschaffungsjahr und in den vier Folgejahren jeweils mit 20% abgeschrieben. Dies hat gegenüber der ersten Methode den Vorteil, dass Sie nicht jedes einzelne GWG in der Bilanz aufführen müssen.

Wichtig hierbei ist jedoch, dass Sie in einem Wirtschaftsjahr nur eine der beiden Methoden anwenden dürfen. Bei den genannten Werten handelt es sich um die Nettoanschaffungskosten. Skontoabzüge und die Mehrwertsteuer können Sie für die GWG-Betrachtung herausrechnen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter einfach erklärt

Neben den Werten für die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten muss es sich um ein bewegliches und um ein abnutzbares Wirtschaftsgut handeln. Gebäude oder Grundstücke sind z.B. nicht beweglich. Auch immaterielle Güter wie Lizenzen sind ausgeschlossen.

Außerdem muss das Wirtschaftsgut selbstständig nutzbar sein. Dies trifft beispielsweise auf einen Bürodrehstuhl zu. Eine Armlehne für einen Bürodrehstuhl ist hingegen nicht selbständig nutzbar, da es sich um einen Zubehörartikel handelt, der ohne den Drehstuhl nicht verwendet werden kann.
Zur Verdeutlichung des Sachverhaltes ein kleines Beispiel:
Ein Unternehmer kauft einen Bürodrehstuhl für 380 EUR netto mit Armlehnen für 60 EUR als Zubehör. Da der Anschaffungswert für den Drehstuhl mit den Armlehnen über 410 EUR beträgt und beide Gegenstände eine Einheit bilden, sind diese nicht sofort im Anschaffungsjahr abschreibbar. Hätte der Unternehmer nur den Stuhl gekauft, so wäre dieser ein geringwertiges Wirtschaftsgut und somit auch sofort im Anschaffungsjahr abschreibbar.

Produktbeispiele für geringwertige Wirtschaftsgüter

 

Ergonomischer Bürostuhl Schreibtisch mit Wangen Rollcontainer mit 3 Schubladen
Bürostuhl
179,00 €
Schreibtisch
367,00 €
Rollcontainer
176,60 €

 

Warum sollten Unternehmen jetzt noch geringwertige Wirtschaftsgüter einkaufen?

Interessant ist insbesondere die Sofortabschreibung im Jahr der Anschaffung. Erwerben Sie für Ihr Unternehmen ein GWG, das den Nettowert von 410 EUR nicht übersteigt, können Sie die Investition noch dieses Jahr abschreiben und müssen die Abschreibung nicht über die Nutzungsdauer aufteilen. Die Bedingung ist jedoch, dass keine anderen geringwertigen Wirtschaftsgüter in einem Sammelposten im gleichen Jahr eingestellt sind. Dadurch verringern Sie Ihren Betriebsgewinn und sparen Steuern.

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